(Wie) Kann Sinn führen?

Vor einigen Jahren wurde ich im Zusammenhang mit einer Veranstaltung, die der Frage „(Wie) Kann Sinn führen?“ nachging, für einen Workshop gebucht. Dafür entwickelte ich eine Übung, die ich seitdem regelmäßig einsetze, beispielsweise wenn ich mit den Studierenden an der Hochschule arbeite. Auch in Workshops mit Führungskräften (z. B. der IHK) habe ich sie schon zum Einsatz gebracht.

Da sie immer ziemlich gut ankommt und verblüffende Überlegungen bei den Teilnehmenden in Gang setzt, stelle ich sie Euch hier vor.

Im Kern geht es bei dieser Übung darum, das innere Kino anzuschmeißen, um das eigene (Berufs-)Leben auf spontaner, sinnlicher Ebene zu verorten und zu gestalten.

Ihr braucht dafür etwas zu schreiben und ca. 30 Minuten Ruhe.

Eine schöne Idee könnte es sein, diese Übung gemeinsam mit einer anderen Person oder mehreren zu machen, damit Ihr Euch danach austauschen könnt.

Die Übung besteht aus zwei Schritten. Wenn Ihr könnt, lest Euch zunächst den ersten Teil durch und widmet Euch dem zweiten Teil der Übung erst, wenn Ihr den ersten durchlaufen habt.

Welchem Aspekt Eures Lebens Ihr Euch widmet, ist Euch überlassen. Ihr könntet Euch beispielsweise Eurem Berufsleben widmen, Eurer gesamten Lebenssituation, einer bestimmten Beziehung oder einem bestimmten Projekt. Ich werde hier beispielhaft das „Berufsleben“ nehmen.

Teil 1

✑ Wie hört sich Dein Berufsleben an?
✑ Wie sieht es aus?
✑ Wie riecht es?
✑ Wie schmeckt es?
✑ Wie fühlt es sich an?

Beantworte jede dieser Fragen schriftlich und möglichst intuitiv. Vielleicht hilft es Dir, dafür zwischendurch kurz die Augen zu schließen, um besser wahrnehmen zu können, was Dir in den Sinn kommt.

Es gibt hier kein richtig oder falsch.

Wenn Du alle Fragen beantwortet hast, nimm Dir einen Moment Zeit, die Antworten auf Dich wirken zu lassen. Kommen Dir Ergänzungen in den Sinn? Erst wenn sich Deine Antworten rund anfühlen, machst Du bitte weiter mit Teil 2.


Teil 2

✑ Wie soll* sich Dein Berufsleben anhören?
✑ Wie soll es aussehen?
✑ Wie soll es riechen?
✑ Wie soll es schmecken?
✑ Wie soll es sich anfühlen?

*) Mit soll ist gemeint, was Du Dir in Deinem Herzen wünschst.

Beantworte auch jede dieser Fragen möglichst intuitiv.
Es gibt auch hier kein richtig oder falsch.


Viele meiner Workshop-Teilnehmenden sind zu diesem Zeitpunkt verblüfft, welche Assoziationen, Wünsche und Lösungsansätze zutage treten. Daraus entspringt häufig auch der Bedarf, sich auszutauschen.

Wenn ich davon spreche, dass es bei dieser Übung kein richtig oder falsch gibt, dann meine ich damit auch, dass wir es hier mit einer Momentaufnahme zu tun haben, die zum jetzigen Zeitpunkt aufschlussreich sein kann.

Ich benutze diese Übung auch selbst immer wieder, beispielsweise in Vorbereitung auf einen beruflichen Termin. So frage ich mich vor einem Workshop, wie er denn für mich klingen soll. Eine Antwort darauf könnte beispielsweise sein, dass mir spontan ein Orchester in den Sinn kommt, in dem kurz vor der Aufführung noch mal jede:r das Instrument stimmt.

Das Spannende an dieser Übung ist, dass Sinn und Sinne miteinander verbunden werden und dadurch eine Ebene entsteht, die eine neue Sichtweise eröffnet. Diese neue Sichtweise wiederum gibt Aufschluss über neue Vorgehensweisen.

Probier sie in einer ruhigen Minute einfach mal aus. Wenn Du Dich nicht alleine daran wagst, such Dir jemanden zum Mitmachen und Austauschen. Und wenn Dir niemand einfällt, komm gerne auf mich zu, dann machen wir die Sache zusammen per Zoom.

Schreib mir gerne auch von Deinen Erfahrungswerten oder Variationen an die ideen@ankejohannsen.de.

Ich wünsche Dir viel Freude und Aufschlussreiches beim Experimentieren mit dieser Übung.

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